BörsenEcho

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US-Schulden, KI Hype, Konsumdruck und neue Risiken in den Finanzmärkten. Was steckt dahinter? Das erklärt uns mein heutiger Gast, Marco Ludescher, Mitglied der Geschäftsleitung von Dr. Blumer und Partner Vermögensverwaltung Zürich und wir sprechen abschliessend noch über Gold und weitere Rohstoffe. Ja, lieber Marco, die Märkte sind wieder turbulent und das ist genau der richtige Zeitpunkt, dass du bei uns bist und uns mitnimmst und uns ein Big Picture über die Situation an den Kapitalmärkten gibst. Was gibt es Neues?

Ja, wir sehen turbulente Zeiten, vor allem jetzt mit der Eskalation im Iran, die dem Ganzen noch die Schärfe gibt. Trump spricht von einer kurzen Phase. Hat man auch bei Putin gedacht. Der hat auch gedacht, in vier Tagen wäre es vorbei. Es dürfte länger gehen. Gehen wir gerade rein zum ersten Chart. Da sehen wir mit Grün, die Zinsen wurden ja schon gesenkt, aktuell bei 3.75%. Trump will ja unbedingt, dass die Zinsen runtergehen. Warum? Weil sonst die Schulden zu teuer wären. Und genau das sehen wir mit der blauen Linie. Wir haben ja schon länger davon gesprochen, auch hier in der Sendung, dass die bald bei 1.2 Billionen Dollar pro Jahr sind. Haben wir erreicht. Wir haben pro Quartal 325 Milliarden, 1.2 Billionen Zinsen bezahlt. Also nicht wir, sondern die USA. Wenn man jetzt vergleicht, Ende Q4 im Jahr 20 waren es noch 0.5 Billionen.

Ja, das musst du zuerst leisten können. Jetzt kommen noch die Kriegsausgaben dazu. Die werden wahrscheinlich auch wieder über Schulden finanziert werden. Wenn wir jetzt mal die Zahlen angucken, US-Budget bei 25 Billionen Dollar, Einkommenssteuer 5 Billionen Dollar. Trump sagte, er will die Einkommenssteuer ersetzen durch die Zolleinnahmen. Das waren im Jahr 25 nicht mal 200 Milliarden. Also finde den Fehler. Es passt einfach nicht und von dem her, ja, die Schulden sind das grosse Problem. Mhm. Gut, das kennen wir auch. Die USA machen immer Schulden und immer mehr Schulden. Ist ein bekanntes Problem. Aber wird es denn mittlerweile zum Risiko für die Kapitalmärkte? Definitiv, weil wir sehen ja jetzt die Schulden, die Risiken da, wie die im Preis steigen. Und das Problem bei den USA ist, denen laufen allein dieses Jahr 10 Billionen Dollar an Schulden aus. Also das heisst, die müssen refinanziert werden. In den nächsten paar Jahren bis 28 sind wir da bei 17, 18 Billionen Dollar, die refinanziert werden müssen. Dazu kommen wahrscheinlich noch neue Schulden. Die Frage ist also, zu welchem Preis? Jetzt sind wir wieder da bei der grünen Linie vom vorherigen Chart, zu welchem Zinssatz? Weil auch wenn wir jetzt hier sehen, der Zins ist bei 3.75%, der Markt verlangt mehr Zins als Risikoausgleich wegen der Abwertung der Währung. Wenn wir jetzt gucken, China hat ein Bruttosozialprodukt von 19, knapp 20 Billionen US-Dollar, also in etwa die Summe, die die USA an Schulden refinanzieren muss. Also das ist schon eine Hausnummer. Jetzt erzählt man uns ja immer, durch die zusätzlichen Schulden werde das BIP wachsen, also die Wirtschaft, das Wachstum wird dann ansteigen. Das letzte Quartal in den USA, Wachstum 1.4%. Das heisst, im Gesamtjahr 25 sind wir mit 2.2% gewachsen. Wenn wir jetzt da die Investitionen in KI rausrechnen, hätte man wahrscheinlich auch da schon ein Negativwachstum, aber momentan mit dieser KI-Euphorie mag sich das noch knapp im positiven Bereich halten. Ob das ein gesundes Wachstum ist, wird man sehen.

Gehen wir zum nächsten Chart. Da sieht man, wie viel diese sogenannten Hyperscaler, also Google, Meta, Alphabet und wie die heissen, wie viel die in KI investieren. Nehmen wir z.B. Alphabet. Die haben im letzten Jahr knapp 90 Milliarden investiert, wollen in diesem Jahr 185 Milliarden investieren. Das ist jetzt nur einer von diesen vier Grossen. Und wenn du jetzt guckst, Frankreich vor ein, zwei Wochen, Macron, ja super, wir investieren jetzt 30 Millionen Euro in ein KI Center. Ja, Entschuldigung, das machen die fast an einem Tag oder in Deutschland da ein neues KI Zentrum in Dresden 10 Millionen. Ja, da brauchst dich dann auch nicht wundern, wenn du abgehängt wirst. Was jetzt aber wiederum diese Hyperscaler, diese grossen amerikanischen Techfirmen am Problem haben, sehen wir am nächsten Chart. Die Investitionen in KI, blaue Linie, steigen massiv und was dabei rauskommt bei wirklichen KI Modellen, unten orange, sehr überschaubar und das ist eigentlich ein Chart, der geht so gar nicht. Also irgendwann musst du damit Geld verdienen und sonst wirst du schon vom Markt gezwungen, damit aufzuhören. Also von dem her, ob da das Wachstum so weitergeht, ja, wird dann schwierig. Wir sehen es beim nächsten Chart, der Free Cashflow, also das, was in den Firmen übrig bleibt nach all diesen Investitionen, der geht rapide nach unten, also fast senkrecht nach unten am Schluss. Also, wenn ich die Zahlen angucke im vorhergehenden Chart, wie viel die investieren, kann man schon fast die Prognose wagen, dass das im 26 im negativen Bereich sein wird. Ist natürlich auch der Grund, warum diese Techfirmen nicht mehr aus eigenem Cashflow diese Investitionen machen, sondern das immer mehr auslagern an den Anleihemarkt oder an Private Credit, also private Schuldenunternehmen.

Das grosse Problem, was ich sehe, ist, die chinesischen Modelle im KI Bereich haben einen globalen Marktanteil von 47%, geben aber knapp ein Zehntel Geld dafür aus. Also, man findet den Fehler. Das ist natürlich schon, ja, es ist einfach halt der Boom in dem Bereich. Hatten wir schon mal bei der Internetblase. Wie es rauskommt, werden wir dann sehen eben. Und für manche hat es sich ja ausgezahlt. Also, wenn man an Nvidia denkt, da hat es ja für manche Anleger viel gebracht. Ja, guter Einwurf. Nvidia habe ich sogar zwei Charts mitgebracht. Der kleine Chart langfristig, sehen wir auf 5 Jahre 1200% im Plus. Also das hat sich definitiv gelohnt. Beim grossen Chart über ein Jahr sind wir immer noch 50% im Plus. Aber was man da ganz klar sieht, das letzte halbe Jahr ging es eigentlich dann nur noch seitwärts, weil eben jetzt langsam die ersten Zweifel kommen. Kann dieses Wachstum noch so aufrechterhalten werden? Und Nvidia hat ja auch vor knapp zwei Wochen Zahlen gebracht. Ich habe so ein paar Hauptaugenmerke rausnotiert. Der Lagerbestand an diesen Chips ist gestiegen von 10 Milliarden in Bewertung auf 21 Milliarden, also eine Verdoppelung. Also das liegt einfach irgendwo im Lagerhaus und wartet darauf, dass irgendeiner das kauft. Und fast noch dramatischer sind die Forderungen aus Lieferung und Leistung, die in der Tat um 67% gestiegen sind auf über 38 Milliarden Dollar. Das heisst also, viel oder fast ein Drittel von diesen schönen Gewinnen, die schon verbucht wurden, da ist eigentlich kein Geld geflossen. Auf das wartet man. Das heisst, also es ist viel Kapital gebunden in diesen Chips, die sehr schnell am Wert verlieren und man macht selber auch eine Wette, dass das ganze Business mit KI so weitergeht, weil diese Forderungen, die können ja dann erst bezahlen, wenn die selber Geld verdienen damit und da haben wir vorher gesehen, dass das hapert noch ein bisschen. Also es ist eine doppelte Wette, dass es weiterhin so gut läuft und da könnte es dann schon ein bisschen Probleme geben. Beim nächsten Chart sehen wir, nehmen wir gerade Microsoft als Beispiel, im 22 hatten die 30% mehr Cash als Schulden. Unterdessen haben sie 20% mehr Schulden als Cash. Bei den anderen Grossen sieht es ähnlich aus und Oracle war schon damals verschuldet mit dem Vierfachen vom Cash-Bestand. Jetzt sind wir beim Sechsfachen, auch mit dem Grund, warum vor allem Oracle so ein bisschen aus dem Depot raus verkauft wird, einfach zu viele Ausgaben und zu wenig Einnahmen. Und von dem her sehen wir da schon dunkle Wolken aufziehen. Auch jetzt mit dem Hintergrund, dass da im Iran sich Wolken über dem Himmel zeigen. Ja. Also nicht nur Staaten verschulden sich, sondern auch Privatunternehmen verschulden sich massiv. Wo wird diese Entwicklung aus deiner Sicht kritisch oder ab wann? Ja, ich würde sagen, den kritischen Punkt haben wir erreicht, ne? Das sehen wir, wenn wir den nächsten Chart angucken. Vorher aber noch eine kleine Randnotiz. Das war Alphabet, die haben Schulden aufgenommen in Grossbritannien im Pfund. Man denkt, das kommt schlussendlich günstiger, als dass man es im Dollar aufnimmt. Man hat auch im Schweizer Franken Schulden aufgenommen. Das ist erstaunlich. Also, man hat 750 Millionen Pfund, eine Anleihe rausgegeben eben. Genau. Diese Verschuldung über Anleihen, die dann an den Märkten gehandelt werden, siebenfach überzeichnet. Also, man hätte auch knapp 4 Milliarden Schulden aufnehmen können. Hat man sich im Nachhinein geärgert, dass man nicht mehr Schulden aufgenommen hat. Wir sehen im Chart, wir werden dieses Jahr bei den Schuldenaufnahmen über Anleihen an den Märkten ein neues Hoch erreichen in den USA. Das meiste wird in diese KI-Rechenzentrum-Geschichten fliessen. Was da dazu kommt, sind diese Kredite über Private Credit und genau das ist da, wo wir jetzt die Probleme sehen. Beim nächsten Chart in Orange die Private Credits und in Weiss die Anleihen. Die ziehen nach oben. Was heisst das? Das sind die ersten Ausfälle, Zahlungsausfälle. Man kann die Zinsen nicht zahlen oder die Rückzahlung funktioniert nicht.

Das sind massive Warnsignale. Also da ist die Luft momentan dünn geworden in dem Markt. Das könnte zu Problemen führen. Definitiv. Der Private Creditmarkt ist ja ein Nischenthema noch für viele. Nimm uns doch noch mal ein bisschen mit auf die Reise. Erklär uns, was dahinter steckt und vor allem, wo die Risiken sich verbergen. Ja, Nischenthema. Es war einfach nicht so im Fokus von den Anlegern. Aber wenn wir jetzt gucken, aktuell haben wir knapp 3.5 Billionen US-Dollar in diesen Private Credit, Wachstum von 80 bis 100% die letzten paar Jahre. Ja, das ist natürlich nicht reguliert und da kann man im Prinzip machen, was man will. Man geht an die Anleger, komm, gib mir euer Geld, wir legen das an, geben da Kredite an KI Firmen, Softwarefirmen, Rechenzentren. Läuft schon, funktioniert, kommt mit einer hohen Verzinsung zurück, sieht anders aus. Also, die wollen hoch bis auf 5 Billionen Dollar im 29, so Hochrechnungen. Wenn wir jetzt vergleichen, die gesamten US-Hypothekarschulden per Ende 25 haben wir bei knapp über 13 Billionen US-Dollar. Also das zeigt schon die Grössenordnungen. Das ist schon mehr als ein Drittel. Also wenn wir die 5 Billionen erreichen, also das ist dann schon eine Hausnummer. Und genau hier sehen wir jetzt die grossen Probleme. Wenn wir jetzt den nächsten Chart angucken, grün, das ist normal der S&P 500, der amerikanische Aktienindex. Und jetzt gucken wir die Entwicklung der Aktienkurse von den Firmen, die diese Private Credits rausgeben. Blue Owl war da in den letzten Wochen viel ein Thema.

Ja, die haben einfach gesagt, Entschuldigung, wir müssen den Handel stoppen. Da will mehr Geld raus, als dass wir auszahlen können. Und jetzt gerade, was war das letzte Woche Freitag? BlackRock, die haben vor einem Monat noch erzählt, nee, nee, unser Private Credit Fonds, der ist bei 100%, per Freitag war der halt bei null. Also auch hier Auszahlungen gestoppt. Und wenn wir uns jetzt überlegen, das hatte ich vorher selber auch nicht so auf dem Schirm, die Iraner greifen ja da in Dubai und Bahrain an mit Drohnen, unter anderem auf Rechenzentren. Also, die sind nicht mal unbedingt in den USA, sondern man hat die auch da gebaut, wo es stromgünstig ist. Ja, und von dem her wird die Rückzahlung von solchen Darlehen gerade nochmals mehr in Frage gestellt, weil wenn du da Milliarden investierst und dann fliegt eine Drohne rein oder eine Bombe und das Ganze wird zerstört, dann ja, dann ist das Geld dann halt weg. Dann wird es schwierig, ne? Ja, und was wir auch gesehen haben, Software, die Softwareaktien, das sehen wir im nächsten Chart, die sind ja extrem abgestürzt. Also ein anderer Bereich, wo diese Private Credit Firmen gross investiert haben. Bei Softwarefirmen hat man Angst, dass die KI denen den Markt zerstört, weil dann hast du halt einen privaten KI-Menschen, der macht dir alles am Stück, all diese Software nicht mehr. Der Chart ist von Ende Februar. Also die Kurse haben sich ein bisschen erholt, auch wie bei der blauen Kurve von Bitcoin, der ja zuletzt seinem Namen als digitales Gold nicht unbedingt gerecht werden konnte. Sieht eher aus wie der Chart von Software da, die Entwicklung von Bitcoin. Aber auch der hat sich jetzt zuletzt ein bisschen erholt zumindest. Und es dürfte auch da interessant sein, wie es weitergeht. Genau. Gut, ich würde gerne mit dir noch einen anderen Bereich anschauen. Du hast in den vergangenen Videos auch immer über den Immobiliensektor gesprochen, also ob jetzt privat oder kommerziell genutzt. Wie sieht die Entwicklung in diesem Bereich aus? Ja, da gibt es eigentlich nicht viel Neues zu sagen, da sind die Probleme immer noch gleich. Ich habe ein paar Punkte für heute zusammengestellt. Grundsätzlich kann man sagen, die aktuelle Phase erinnert mich doch sehr an die Phase vor der grossen Finanzkrise da 2008/09. Damals waren es die Immobilienkredite, jetzt sind es diese hohen Schulden durch Anleihen und eben diese privaten Kredite. Ja, zuerst werden die Rücknahmen eingeschränkt, dann zerreisst es ein paar Banken. Haben wir auch gesehen, auch letzte Woche in Grossbritannien so ein Anbieter von Private Krediten Konkurs, ne? Also auch da wieder und was wir ja zuletzt hatten, wir auch schon hier in der Sendung besprochen, dieses Buy now, pay later, also also kaufe jetzt und zahl dann irgendwann. Das war ja der letzte Schrei, ne? Also, man hat im Prinzip den Leuten angeboten, ja, du hast zwar kein Bargeld, die Kreditkarte ist auch schon gesperrt, aber komm dann, mach doch hier schnell so einen Vertrag mit uns. Jetzt kaufen, später zahlen. Das sollte dann die grosse Rettung sein. Jetzt sehen wir hier einen Anbieter davon, Klarna. Mhm. Ging vor knapp einem halben Jahr an die Börse. Kurseinbruch seitdem 68%.

Ja, war natürlich nicht zu erwarten, dass die Leute, die eh schon nicht mit Geld umgehen können, auch dann diese Kredite nicht zurückzahlen können. Denen fliegen schlicht da einfach die Kredite um die Ohren, die Leute können nicht zurückzahlen, ne? Also von dem her, der Chef von der Firma Klarna, der sagt unter anderem auch, ja, wir hatten Ende 22 000 Mitarbeiter, da wurden schon viele entlassen und bis 2030 sollen es noch 2 000 sein, weil brauchen wir nicht mehr. Wir haben ja jetzt KI, auch das ein Thema, was wir hier schon angesprochen haben. Es wird einfach Arbeitsplätze kosten. Mhm. Und wenn du jetzt natürlich z.B. Spielkredite offen hast oder auch Studentenkredite. Du hast ja die Universität besucht, dafür deine Studentenkredite gebraucht, weil die Schulen in den USA sind sehr teuer und dann wirst du hier als Arbeitskraft weggestrichen oder findest überhaupt keinen Job. Ja, dann kannst du auch deinen Kredit nicht zurückzahlen. Und genau das sehen wir beim nächsten Chart. Den hatten wir, glaube ich, auch das letzte Mal. Da waren wir aber noch bei knapp 11% Ausfallrate bei den Studentenkrediten. Jetzt sind wir bei 16.4%. Also, das ist massiv, das geht da fast senkrecht nach oben. Also das zeigt nur, wie schräg da die Dinge hängen. Und auf deine Frage jetzt, der Hausmarkt, ne? Beim nächsten Chart sehen wir es. Das sind Pending Home Sales, also hängende Hausverkäufe, also Leute, die ihr Haus verkaufen wollen, aber es nicht können. Zum einen, weil sie zu viel Geld wollen, respektive der, der es kaufen soll, der hat schlicht einfach kein Geld mehr, also kommt kein Handel zustande.

Die, die verkaufen wollen, sagen sich: "Ja, ich muss dieses Geld haben, weil wenn ich irgendwo anders ein neues Haus kaufe, da ist die Hypothek teurer, dann kann ich es mir nicht leisten." Und die jetzt sagen, ja, ne, also dieser Hauspreis und die jetzigen hohen Hypotheken kann ich mir nicht leisten. Du musst mit dem Preis runter. Also, da haben wir ein Missmatch, also auch hier wieder. Darum will natürlich Präsident Trump, dass die Zinsen runtergehen. Nur wenn der Markt sagt, ja, du kannst schon die Zinsen senken, aber wir wollen eine höhere Risikoprämie, dann ist es ein Schuss in den Ofen. Also da drehen wir uns dann im Kreis. Der Grund, warum die Hausverkäufe so hängen, das sehen wir im nächsten Chart 2005. Durchschnittseinkommen USA 46 000 Dollar. Durchschnittlicher Hauspreis 184 000 Dollar. Aktuell 2026 durchschnittliches Einkommen 59 000 Dollar, aber der Hauspreis 450 000 Dollar. Das heisst, während die Löhne um 28% gestiegen sind, haben wir bei den Hauspreisen eine Erhöhung um 150%. Somit auch nicht verwunderlich, dass da der Markt ein bisschen eingeschränkt ist. Die Leute können es sich nicht leisten. Generell die Lebensunterhaltskosten in den USA, Lebensmittel, Strom, Versicherungen, es wird alles teurer, wird natürlich in der Statistik nicht so ausgewiesen. Die tut man gerne ein bisschen nach unten schönen. Da haben wir auch schon drüber gesprochen. Da gehen wir jetzt nicht darauf ein. Auf jeden Fall, die Amerikaner, die Sparquote ist praktisch bei null. Die können selber kein Geld mehr auf die hohe Kante legen. Dementsprechend sehen wir auch im nächsten Chart in Rot den Sparanteil der US-Amerikaner. Schon seit ein paar Monaten negativ, blau sehen wir die Ersparnisse der Ausländer, die noch ins Land fliessen. Das ist ja das, was die USA noch am Leben hält, ne? Weil wenn das nicht mehr ist, dann musst du definitiv wieder anfangen, Geld zu drucken. Also es sind eigentlich die bösen Ausländer gemäss Trump, die, wie er sagt, die USA ja immer so übervorteilen. Mhm. Weil sie denen ihre gedruckten Papiere eigentlich gegen richtige Ware und Werte eintauschen. Also auch da gehen die Meinungen auseinander. Aber wir sehen hier, es sind doch die bösen Ausländer, die die USA eigentlich am Leben halten, ne? Ja, wir haben jetzt viel über die USA gesprochen. Wie sieht es aber international aus, also gerade im asiatischen Bereich in den Märkten? Ja, international an den Märkten sehen wir da eine richtige Trendwende. In diesem Jahr werden von 100 Dollar Investment nur noch 26 Dollar in den USA investiert. Im Q2 22 waren das noch 92 Dollar von 100, die in den USA investiert werden. Also, man sieht da, die Anleger, die sehen schon da die Problematik, dass das da einfach die ganze Geschichte ein bisschen harzt und wollen da ein bisschen raus. Wir sehen auch, Europa und Japan sind nicht die wirklichen Profiteure davon, sondern international, Asien, Südamerika, wo auch immer das dann hinfliesst, auf jeden Fall nicht mehr in dem Stil in die USA. Die Märkte sind auch besser gelaufen ausserhalb der USA. Man muss aber auch sagen, jetzt seit der Eskalation im Nahen Osten sind dann die auch mehr gefallen als die USA, ne? Also von dem her, da geht schon die Umschichtung los. Was ist denn gut gelaufen? Das sehen wir im nächsten Chart. Bis Ende Februar war das. Wir sehen Korea deutlich im Plus. Taiwan, Japan, also eben Asien. Warum? Vor allem in Taiwan, da haben wir diese Chip-Produzenten eben, wir sind immer wieder bei KI oder in Korea diese Speicherchips. Das ist eigentlich Massenware, aber das brauchst du in jedem Laptop, Handy. Die sind vor allem gut gelaufen und im Preis extrem angestiegen. Korea war schon 50% im Plus, ist jetzt aber mit der Krise im Iran deutlich zurückgekommen. Warum? Die beziehen einen Grossteil ihres fossilen Bedarfs aus der Region da im Nahen Osten und Korea macht 60% des Strombedarfs mit Gas. Ist dann natürlich blöd, wenn dir 20 bis 30% der Kapazität am Weltmarkt wegfällt, weil da einfach mal Stopp ist durch den Krieg, durch die gesamte Entwicklung da. Also hat aktuell deutlich korrigiert. Ist zwar immer noch 20% im Plus, der koreanische Index dieses Jahr, aber eben war schon 50% im Plus. Was noch dazu kommt, gucken wir gerade Korea, die Währung. Mhm. Der koreanische Won hat seit 14, ja, ein Drittel an Wert verloren. Das sind natürlich auch massive Bewegungen. Haben wir ja schon beim japanischen Yen angesprochen, der deutlich verloren hat in den letzten Jahren. Da gehen wir jetzt nicht mehr näher drauf ein, aber gucken wir uns vielleicht noch schnell die Entwicklung der Zinsen in Japan an. Hatten wir auch schon in der letzten Sendung und es ist genauso gekommen, wie wir gesagt haben, die Zinsen steigen weiter. Du hast eine Notenbank, die aktuell den Zinssatz bei 0.75% hat. 40-jährige Anleihen zahlst du aber über 4%, sind es, weil der Markt einfach sagt, also die Rechnung geht nicht auf, die Währung wertet ab, die Inflation ist höher. Also, wenn du willst, dass ich euch Geld gebe, brauche ich mehr Zins. Ja. Und jetzt hast du schon Schuldenstand in Japan von 230%.

Wir haben da auch eine neue Premierministerin, die erste Dame in diesem Job. Die hatte natürlich die goldige Idee. Die hatte, wir machen mal wieder ein Stimuluspaket. Machen wir also noch mehr Schulden. Haben wir vorher gar gesagt, mit mehr Schulden wollen wir dann Wachstum anheizen. Meistens tust du einfach nur deine Währung entwerten. Das gibt vielleicht einen kleinen Schub, aber langfristig geht das nur schwerlich auf. Dann beim nächsten Chart sehen wir die indische Rupie, auch Indien, ein Aktienmarkt, wo die Anleger viel Freude hatten die letzten Jahre. Hat zuletzt auch ein bisschen gekrieselt da, aber eben wenn wir jetzt die Währung angucken, seit 2010 20% Verlust gegenüber dem US-Dollar. Also da bleibt dir dann von deinen am Aktienmarkt errungenen Gewinnen unterm Strich nicht mehr viel über. Das Ganze ist ja umso erstaunlicher, weil an und für sich, wenn wir jetzt einfach das letzte Jahr angucken, der US-Dollar schwach war gegen die üblichen Verdächtigen, Schweizer Franken, schwedische, norwegische Krone, an die 20%.

Das ist also eine richtig hohe Hausnummer. Und erstaunlicherweise, wenn wir jetzt gucken, der mexikanische Peso +19% gegen den Dollar, der brasilianische Real, der südafrikanische Rand 19%. Also, wenn wir jetzt noch mal da auf die asiatischen Währungen kommen, die nicht wie diese gewonnen haben gegen den Dollar, sondern sogar noch abgewertet. Also, dann sieht man, was da für eine Bewegung drin ist. Das haben wir auch schon angesprochen gehabt. Irgendwann wird es auf die Währungen durchschlagen. Das ist genau das, was wir jetzt sehen. Und ja, ich denke, diese Probleme fangen jetzt erst richtig an. Mhm. Ja, du hast uns jetzt mitgenommen nach Korea, nach Japan und nach Indien. Du wirfst doch immer noch einen Blick auf China. Wie sieht es denn da aus? Ist es noch Chancenmarkt oder sind schon Warnsignale oder beides? Nimm uns doch da noch bitte mit. Ja, China ist natürlich, das haben wir ja schon öfters besprochen, das ist einfach, da sagt halt der Staat, was langgeht, ne? Was wir gesehen haben, ist, dass sogar der chinesische Yuan gegen den Dollar leicht zugelegt hat. Das ist schon mal erstaunlich, dass die das zugelassen haben. Das Wachstum ist nach wie vor gut in China. Muss ja, wenn da die Partei sagt, wir haben 5% Wachstum, dann ist das Wachstum 5%. Das wird dann halt so gemacht, dass es passt. Die leben vor allem von den Exporten. E-Autos sind da sehr beliebt und grüne Technologie, Windräder, umso erstaunlicher ist halt dann, wenn ich im Wahlkampf in Deutschland höre, ja, wir müssen uns von der Abhängigkeit vom Ausland befreien. Ja, wenn du dann anstatt die fossilen Energieträger einfach da die Windräder und die Elektroautos aus Asien importierst, ja, also dann bist du immer noch abhängig. Also das macht das Ganze dann ein bisschen schwierig. Und das Problem ist die Immobilienkrise.

Die Immobilie ist ja für den Chinesen das Sparbuch, die Altersvorsorge und die Kreditkarte. Und das haben wir auch schon hier besprochen. Du hast so einen massiven Leerstand. Immer noch über 50 Millionen Wohneinheiten stehen leer, sind nicht ganz fertig gebaut und die hauen da Stimuluspakete, Kaufanreize rein. Es bringt einfach nichts. Wenn du so ein Überangebot hast, dann nivelliert sich der Preis nach unten. Das lässt sich nicht verhindern. Und das ist das grosse Problem in China. Die Inlandskonjunktur, die lahmt, die Leute haben kein Geld. Man versucht das über Export auszugleichen. Was man den Europäern z.B. vorwirft, ja, das sind unfaire Methoden. Da müssen wir doch einen Zoll erheben. Also die Zölle, die man dem Amerikaner vorwirft, dass das böse ist, macht man selber, um den eigenen Markt zu schützen. Hier noch ein Chart über die Entwicklung der Immobilienpreise in China. Also, es geht weiter runter und von dem her, das wird sich auch nicht so schnell ändern. Im nächsten Chart sehen wir blau das BIP in China. Wächst immer noch leicht. Also von dem her, das passt noch dank den Exporten. Wenn wir jetzt aber gucken, die goldige Linie, das sind die Importe von Deutschland, ne? Da sieht man, die waren eigentlich ziemlich identisch mit dem Wachstum des BIP von China. Die letzten 4, 5 Jahre sieht man, das geht massiv runter. Ja, was hat da vor allem gelitten? Autos. Gucken wir mal die Zahlen an. Im 25 hat Deutschland für 14 Milliarden Euro Automobile nach China verkauft. Ein Minus ja, von einem Drittel.

Beim Hoch im Jahr 2022 waren das noch 30 Milliarden, also mehr als das Doppelte. Jetzt grösste Branche für den Export nach China ist der Maschinenbau, also nicht mehr Auto, sondern Maschinenbau, aber auch da gegenüber letztem Jahr, letztem Jahr gegenüber Vorjahr -10%.

Ja, die können das jetzt selber machen, ne? Die brauchen die anderen nicht mehr, die machen das jetzt selber. Die tun jetzt ihrerseits exportieren und von dem her, ja, da wir in Europa auch nicht wirklich zu Änderungen bereit sind, wird sich der Trend wahrscheinlich fortsetzen. Also jetzt hast du es schon angetönt, Deutschland und Europa, lass uns die Brücke dahin schlagen. Die europäischen Aktienmärkte sind ja recht gut gelaufen im Vergleich zu amerikanischen. Nimm uns doch ein bisschen mit, warum oder täuscht die Situation? Das ist korrekt. Anfang Jahr USA eher seitwärts gelaufen. Die europäischen Aktien haben zugelegt, nicht weil die besser waren, sondern die waren einfach noch nicht so weit überteuert wie die amerikanischen. Jetzt natürlich mit dem Problem im Nahen Osten, ja, die Energieträger, ne? Man sieht ja jetzt schon, dass Flüssiggastanker, die nach Europa kommen sollten. Wir haben ja Gasnotlage in Deutschland, in Europa, die drehen jetzt ab nach Asien, die bieten mehr Geld.

Ja, das wird schwierig. Man sieht es auch im nächsten Chart, die Industrieproduktion. Wenn wir jetzt Deutschland angucken, hier gelb -7.3%, Italien -5.9, EU -3%. Das kannst du einfach nicht mehr schön rechnen und der Trend geht nach unten. Also die Schlüsselbranchen Auto, Chemie haben wir auch schon hier thematisiert. Die wandern ab. Daimler Benz jetzt A-Klasse verlagert die Produktion aus Deutschland raus nach Ungarn. Aber man kann ja weiterhin erzählen, dass es alles so toll läuft. Auch wenn wir weiter gucken, die Autoproduktion letztes Jahr in Deutschland 4.15 Millionen Fahrzeuge produziert. Vor Corona waren das im Schnitt 5.5 Millionen.

Ja, die Chinesen können einfach günstiger produzieren und da kommt es natürlich nicht von ungefähr, dass jetzt Volkswagen sich fragt, ob man vielleicht mehr Militärgüter produzieren sollte. Da scheint noch ein Markt vorhanden zu sein.

Ja, gucken wir nach China. Die haben letztes Jahr 34 Millionen Fahrzeuge produziert. Im Jahr 2005 waren wir da bei 5.7 Millionen. Also, das geht steil nach oben. Die haben günstigen Strom, die haben die Rohstoffe, ein Hauptfaktor für die Produktion von Autos, was wir in Europa nicht haben. Und so wundert es dann auch nicht, wenn man den nächsten Artikel anschaut von Reuters, Stellantis. Einer der weltweit grössten Autoproduzenten. Fiat ist da dabei. Opel, Citroën, Fiat, Alfa Romeo. In den USA sind das Jeep, Chrysler und noch ein paar andere. Ja, mal ein Abschreiber von 25 Milliarden Euro. Man sagt da, ja, das mit Elektro funktioniert nicht, nachdem man eben Milliarden investiert hat.

Ich frage mich dann halt, wie die dann in Zukunft die Vorgaben der Europäischen Union erfüllen wollen, wenn sie keine Elektroautos oder nur noch weniger Elektroautos produzieren wollen. Das wird ein bisschen schwierig. Der Chef im Unternehmen sagt: "Ja, der Vorgänger ist schuld. Der hat da diese Elektrostrategie gefahren." Ja, nicht ganz freiwillig, muss man dazu sagen. Prinzipiell, ja, die Wirtschaftsführer, 60% davon sind sehr negativ und wir haben gesehen, letztes Mal haben wir das besprochen, BASF baut in Deutschland ab und baut neu in China. Die Gründe liegen auf der Hand, da braucht man nicht drum zu diskutieren. In der Privatwirtschaft verlieren wir Jobs. Beim Staat werden diese Jobs aufgefangen. Ja, da wird es halt schwierig. Man sieht es auch im nächsten Chart, wo gehen die Stellen weg? Automobilindustrie 6.3%, gesamthaft im verarbeitenden Gewerbe -2.2% in Deutschland. Dafür steigen die Beamten, also allein in den letzten 10 Jahren Beamtenanzahl in Deutschland +47%.

Dann wird denen ihre Vergütung noch hochgesetzt, wenn man dem Normalbürger sagt, ja, die Inflation ist tief, also reklamier nicht. Hast ein bisschen Lohnerhöhung gekriegt.

Um das zu begründen, macht man neue Gesetze, Vorschriften. Das muss ja irgendein Beamter dann wieder überwachen, dass das alles eingehalten wird. Viele dieser Beamten werden pensioniert, da sind ja da jetzt 1.4 Millionen pensionierte aus Beamtenstatus und ja, die Kosten von 2013 auf 2024 von 800 Millionen auf jetzt 1.6 Milliarden hoch. Ja, da fehlt einem halt Geld für andere Sachen. Der nächste Chart sagt ganz klar aus, im Blau, der Staatskonsum, der steigt, das Einzige, was noch steigt in Deutschland, das BIP sehen wir in grau. Ja, bald 10 Jahre Seitwärtsbewegung. Es hakt einfach an allen Ecken und Enden. Ausschlaggebend dafür in hellrot, rosa, die privaten Investitionen, also sogar noch die, die investieren wollen in Deutschland, die können nicht mehr, weil sie vorher schon alles an Steuern, Abgaben und Lohnnebenkosten und so abgegeben haben. Also, die versuchen noch irgendwie über die Runden zu kommen und ja, der Staat wächst unbegrenzt. Die Erfahrung zeigt uns, dass der Private besser mit Geld umzugehen weiss als der Staat. Die sehen das natürlich anders, ist auch klar, aber die Statistik zeigt da etwas anderes. Und hier beim nächsten Chart oder Bild, Zeitungsausschnitt aus der Zeitung Cash im Jahr 2025, in Deutschland 12 000 Jobs in der Industrie verloren. Ja, mehr kannst du dazu eigentlich nicht sagen. Die Insolvenzen gehen hoch. Das ist ein 20-Jahres-Hoch, also der höchste Stand seit 2005. 17 000 Unternehmen gingen Insolvenz letztes Jahr, Tendenz steigend. Wir sind sogar noch höher als in der grossen Finanzkrise, was die Insolvenzen betrifft. Wow. Ja, das ist ein Wow, das kann ich nur so unterstreichen.

Ja, das zeigt, wie sehr wir da im Argen hängen, ne? Das grösste Problem, das steht noch vor der Türe und das ist schlicht einfach die Überalterung.

Da fehlen dann Arbeitskräfte. Know-how geht weg und vor allem die wollen natürlich ihre wohlverdiente Rente. Die haben ja auch jahrelang dafür eingezahlt und da sehen wir ganz klar überall im Westen, die rote Kurve geht steil nach oben, während auch hier wieder die Investitionen sinken. Also auch hier geht die Schere auseinander. Das fängt jetzt erst richtig an. Das sind Punkte, die man anpacken muss, aber eben man schiebt es auf die lange Bank und wartet, bis es halt gar nicht mehr geht, ne?

Das Ganze hat Ludwig von Mises, das ist der berühmte Ökonom der österreichischen Schule. Das ist quasi das Gegenteil von dem, was wir machen mit diesem keynesianischen Modell, Gelddrucken, wenn es nötig ist. Der hat ganz klar gesagt, ich lese mal vor. Es gibt keine Möglichkeit, den endgültigen Zusammenbruch eines Booms hinauszuzögern, der durch Kreditexpansion erzeugt ist. Die einzige Wahl besteht darin, ob man diesen Zusammenbruch früher durch das freiwillige Einschränken dieser Kreditexpansion machen will oder ob einfach das Ende ein Knall ist, indem dir das Währungssystem um die Ohren fliegt. Ja, gucken wir mal, was will Trump? Er will die Zinsen runter. Also er will natürlich, dass man die Kreditexpansion weiter auszögert, ja, weiter ausbaut, dass es noch ein bisschen weitergeht, aber irgendwann geht es einfach nicht mehr. Dann bist du überschuldet, das zeigt uns die Geschichte, das funktioniert nicht. Genau. Also insgesamt eine schwierige Wetterlage, könnte man sagen in der Tat. Jawohl. Ja, aber du guckst ja auch immer Branchen oder Möglichkeiten an, wo es in Zukunft ein bisschen mehr Sonne gibt, wenn wir in der Wettersprache bleiben. Hast du uns wieder eine Investment Idee mitgebracht oder im Bereich, wo sich es lohnt? Ja, da habe ich was mitgebracht, aber vielleicht zuerst noch, wenn wir jetzt gucken, was ist denn im letzten Jahr gut gelaufen, da sehen wir Gold und Silber, das waren ja auch Vorschläge, die wir gebracht haben. Silber +150%, Gold +65%. Vor allem Silber hat jetzt natürlich schon auch ein bisschen korrigiert, ist ein bisschen zu hoch gegangen, aber immer noch, du bist da immer noch weit im Plus und das ist eigentlich genau das, was wir jetzt drüber geredet haben. Warum kaufen die Leute Gold und Silber? Weil sie einfach dem Währungssystem, der Politik nicht mehr vertrauen. Also weiterhin als Beimischung durchaus empfehlenswert eben. Also du siehst Gold noch als positiv. Wie sind denn die Zukunftsaussichten? Lohnt sich das noch? Das fragen ja jetzt immer noch viele. Der Preis ist ja schon recht hoch. Die Frage hört man in der Tat öfter, meiner Meinung nach nicht. Mhm. Das zeigt auch der folgende Chart. Da ist gegenübergestellt die Entwicklung der US-Verschuldung und der Goldpreis in Schwarz. Mhm. Die laufen eigentlich ziemlich identisch nach oben. Jetzt kann man natürlich schon sagen, ja, Gold ist zu teuer. Natürlich, es ist angestiegen, aber es ist nicht zu teuer, wenn ich es hier mit den Schulden vergleiche. Also, wenn wir das Argument zu teuer nehmen, dann müssen wir sagen, ja, die Schulden sind viel zu hoch und genau da liegt das Problem. Und von dem her sage ich ganz klar, Edelmetalle sind eigentlich deine Absicherung im Depot. Aktuell sicher mehr Gold als Silber. Was man sich natürlich bewusst sein muss, ist, wenn jetzt das so weitergeht an den Märkten und da der grosse Abverkauf weitergeführt wird, werden natürlich auch bei den Edelmetallen Gelder rausfliessen, schlicht einfach dadurch, weil man die Verluste an anderen Orten irgendwie decken muss mit da, wo man vielleicht noch Gewinne hat und das wird dann der Bereich sein, aber das wären dann eher Kaufchancen, wenn wir hier günstigere Kurse sehen. Und beim nächsten Chart sieht man auch, wie viel ist dann in den Depots der Anleger global in Gold jetzt hier im Beispiel. Das ist aktuell knapp 2%. Hier haben wir es im Chart dargestellt über die ETFs, aber das kann man eigentlich auch auf den anderen Märkten, die Zahlen sind ziemlich identisch. Wenn wir jetzt nur gucken 08/09, da war der Goldbestand in den Depots der weltweiten Anleger bei knapp 8%. Also, da haben wir doch noch deutliches Potenzial nach oben und im letzten Jahrhundert war der sogar deutlich über 8%. Ja, also kann man festhalten, du siehst noch Potenzial für Gold. Ist das jetzt ein Einzelfall oder könnte man generell von einem Rohstoff-Comeback sprechen? Könnte man das ausweiten? Definitiv. Rohstoff-Comeback, eigentlich genau das, was wir hier schon angekündigt haben. Wir würden vermehrt auf Rohstoffe setzen. Wenn wir jetzt diesen Chart von Incrementum angucken, der zeigt uns die Entwicklung von Rohstoffen zum S&P 500, also dem Index für die 500 grössten Aktien in den USA. Fast auf Allzeittief. Und wenn wir jetzt gucken oben, was waren dann die Peaks, die Tops da? Das war zuerst die Ölkrise 73/74, Ölkrise merken wir uns. Dann der zweite Peak da im 1990, das war der Golfkrieg und dann im 08 die grosse Finanzkrise.

Jetzt haben wir Anzeichen einer Finanzkrise und wir haben Golf, wo gerade Eskalation herrscht. Also von dem her sehe ich Rohstoffe nach wie vor als sehr interessantes Feld zu investieren. Wir sehen es ja jetzt am Ölpreis allein von Freitag auf heute wieder 10% gestiegen. Ja und im Rohstoffbereich aktuell sind wir da 3% investiert in globalen Depots. Das war schon bei 12%. Also auch da sehen wir, da sind die Leute unterinvestiert. Das war nicht sexy. Man wollte da KI und Nvidia und wie die alle heissen. Das war einfach der Trend, wo alle mitgegangen sind. Wir haben schon frühzeitig gesagt, Rohstoffe und die Ereignisse jetzt Venezuela, Grönland und jetzt im Iran sind eigentlich ein ganz klarer Hinweis, wo die Zukunft hingeht. Mhm. Dann verrat uns doch noch mal ein bisschen einen Ausblick auf die Zukunft. Du hast schon erwähnt Öl. Wir kaufen seit zwei bis drei Monaten Öl- und Gasproduzenten, respektive deren Produzenten in die Depots der Kunden, also USA-Anbieter.

Zwei Gründe. Öl war sehr günstig, war damals bei knapp 60 bis 65 US-Dollar. Jetzt sind wir aktuell bei 105.

Ja, beim nächsten Chart sieht man auch, wenn man jetzt Öl in Gold bewertet, sehen wir historisch war der Preis 10:1 bis 30:1. Wo wir angefangen haben, in diese Ölproduzenten zu investieren, waren wir bei 70:1. Das heisst natürlich, entweder ist Gold zu teuer oder Öl zu billig. Also da muss Gold korrigieren oder Öl steigen. Warum ich glaube, dass Gold und Edelmetalle eher oben bleiben, haben wir vorher gesagt. Das heisst also, Öl muss steigen. Ist jetzt natürlich ein bisschen schade. Da sind wir jetzt natürlich schon gut gelaufen. Also die einfachen Gewinne in dem Bereich, die sind jetzt natürlich gelaufen durch diese Eskalation, ja, von knapp 60 auf 105 hoch, das Öl. Dass aber trotzdem die Firmen mehr verdienen werden durch den höheren Preis und somit sehe ich schon noch Potenzial bei den Produzenten von Öl und Gas in den USA, schlicht einfach, weil im Nahen Osten haben wir schon gesagt, 20 bis 30% der Lieferkapazität wegfällt. Also irgendwo muss ja das Gas und Öl auch in Zukunft herkommen. Also von dem her sehen wir da schon Potenzial. Grundsätzlich diese Energieproduzenten sind sehr gute Dividendenzahler. Das gibt ja da ein bisschen noch eine Absicherung nach unten und die Nachfrage nach fossiler Energie. Ja, wir haben Bevölkerungswachstum und es steigt ja weiterhin? Das tut es wohl. Ja. Vielen lieben Dank. Wir werden es beobachten, wenn wir uns wieder treffen in einem halben Jahr. Gut. Und auch Ihnen, liebe Zuschauerinnen und liebe Zuschauer, vielen lieben Dank, dass Sie dabei waren beim Experteninterview bei BX Swiss TV.

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